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Komponist

McCoy Tyner

2 Transkriptionen, jede mit getrennter linker und rechter Hand.

Porträt von McCoy Tyner
McCoy Tyner

McCoy Tyner (1938-2020) wuchs in Philadelphia auf, wo seine Mutter in ihrem Schönheitssalon ein Klavier stehen hatte und ihren Sohn zum Unterricht an die Granoff School of Music schickte. Er wurde in einer Stadt voller Pianisten erwachsen, und Bud Powell wohnte eine Zeit lang in seinem Häuserblock. Mitte der 1950er Jahre lernte er John Coltrane kennen, und die beiden trafen eine stille Übereinkunft: Sollte der Saxofonist je eine eigene Gruppe führen, säße Tyner am Klavier.

Diese Gruppe kam 1960, und fünf Jahre lang veränderte das klassische Coltrane Quartet mit Jimmy Garrison am Bass und Elvin Jones am Schlagzeug, was Jazz überhaupt vermag. Tyner war sein Fundament und sein Motor. Seine linke Hand ließ tief auf der Klaviatur offene Quarten und Quinten klingen, während die rechte pentatonische Läufe ausschüttete und Coltrane einen weiten, bordunartigen Boden gab, über den er steigen konnte. Man hört es durch den Sturm von A Love Supreme hindurch standhalten, aufgenommen 1964.

1965 verließ er die Gruppe und baute eine lange eigene Laufbahn auf. The Real McCoy, 1967 für Blue Note eingespielt, bündelte seine Gaben in einer einzigen Aussage, und die Folge von Milestone-Alben danach, darunter Sahara von 1972, trug seinen Klang ins nächste Jahrzehnt. Seine Voicings wurden zur gemeinsamen Sprache der Pianisten, die nach ihm kamen. Verlangsamt und Hand für Hand studiert, ist diese Architektur leichter zu hören: die verankerte Linke, die offene Harmonik, die lange Linie darüber.