Genre
Blues Piano
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Das Bluesklavier wuchs überall dort heran, wo im amerikanischen Süden ein Klavier stand: in Barrelhouses, Juke Joints und den Bars der Holzfällerlager, wo Pianisten die zwölftaktige Form zu etwas Perkussivem und Selbstgenügsamem ausarbeiteten. Ein Spieler musste die ganze Band sein, also teilte der Stil die Arbeit zwischen die Hände auf: eine stetige rollende Figur links gegen Blue Notes, gequetschte Vorschläge und Frage-und-Antwort-Phrasen rechts. Die Form ist einfach zu beschreiben und in der Praxis unerschöpflich, weshalb sie nie aufgehört hat, gespielt zu werden.
Der erste große Boom des Stils war der Boogie Woogie. Pianisten wie Jimmy Yancey, Meade „Lux“ Lewis, Albert Ammons und Pete Johnson trieben acht Schläge auf den Takt in der linken Hand unter riffenden rechten Händen voran, und das Konzert „From Spirituals to Swing“ von 1938 in der Carnegie Hall machte aus ihrem Rent-Party-Stil eine landesweite Mode. Daneben lief die langsamere Tradition, der Blues nach Feierabend von Spielern wie Otis Spann in Chicago, wo es nicht um Geschwindigkeit geht, sondern um Gewicht: wie viel Gefühl sich an eine Handvoll Töne hängen lässt.
Das Blues-Vokabular ist in fast allem, was danach kam, tragend. Jazzpianisten stützen sich darauf, wann immer sie etwas schlicht sagen wollen, und Rock-and-Roll-Klavier ist Bluesklavier, nur lauter. Diese Stücke mit getrennten Händen zu lernen ist einer der schnellsten Wege zu verstehen, wie die Sprache wirklich funktioniert: Die linke Hand ist ein Groove-Instrument, die rechte Hand ist eine Sängerin, und die zwölf Takte dazwischen bieten mehr Platz, als sie aussehen.