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Komponist

Ryo Fukui

1 Transkription, jede mit getrennter linker und rechter Hand.

Porträt von Ryo Fukui
Ryo Fukui

Ryo Fukui (1948-2016) wurde in Biratori geboren, einer kleinen Stadt auf Hokkaido, und verbrachte den größten Teil seines Lebens in der nördlichen Stadt Sapporo, weit weg von den Jazzhauptstädten Tokio und New York. Er kam spät und auf ungewöhnlichem Weg zum Klavier: Mit achtzehn griff er zum Akkordeon und begann sich erst mit zweiundzwanzig das Klavier selbst beizubringen. Was ihm an formaler Ausbildung fehlte, machte er durch geduldiges Hören wett und arbeitete sich durch die Aufnahmen von Bud Powell und anderen Bebop-Pianisten, bis deren Sprache seine eigene wurde.

1976 nahm er Scenery auf, eine Triositzung, festgehalten in der Yamaha Hall in Sapporo. Das Spiel ist sauber und unaufgeregt, Bebop-Linien von einem lyrischen Anschlag gemildert, und seine Lesart des Standards Willow Weep for Me ist zur Visitenkarte des Albums geworden. 1977 folgte Mellow Dream. Keine der beiden Platten machte damals viel Lärm, doch Jahrzehnte später fanden sie online ein zweites Leben, und besonders Scenery wird heute als Eckstein des japanischen Jazz geschätzt.

Fukui blieb in der Nähe seiner Heimat. 1995 eröffnete er in Sapporo einen Jazzclub namens Slowboat, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2016 spielte und unterrichtete. Sein Anschlag lohnt genaues Studium: Verlangsamen Sie eines seiner Soli, und die Voicings und die innere Phrasierung werden klar, bereit, sie im Übungsmodus langsam durchzuarbeiten.